Empfehlungen ||||

In den letzten Tagen habe ich mich in mir drinnen eingesperrt. Ich habe, anders als sonst, sehr wenig geschrieben und auch nicht ganz so viel gelesen. Aber ein paar Sachen möchte ich an dieser Stelle doch ganz gerne empfehlen.

Nämlich das: Vom (Buch-)Schreiben von Mareice Kaiser.

Die letzten Monate des Jahres 2015 habe ich hauptsächlich schreibend verbracht. Oder, genauer: Das Internet bis zur letzten Seite durchlesend und die letzten Minuten des Arbeitstages dann doch noch ein paar Seiten schaffen. Das Ziel lag gefühlt unerreichbar vor mir: Ein Buch. Mein Buch. Ein Buch, das aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter erzählt. Kurze Zeit nachdem das Manuskript fertig ist, stirbt Kaiserin 1.

Ein unaufgeregter Text über das Vermissen von Natashaneverland. und immer im mai

und immer im mai hoffe ich,
dass es dir gut geht, wo auch immer du bist,
dass du ab und an mal auf mich runterschaust,
mir den weg weist, wenn ich vor einer kreuzung stehe,
mir ein zeichen schickst, wenn ich es am meisten brauche.

Dieser Text wurde mir von einer Leserin empfohlen und ich finde ihn immer wieder sehr lesenswert. Darin sind viele kluge Sätze über den Tod und man lernt ein wenig über den gefürchteten Frei Tod. Wichtig in jeder Hinsicht. Frei Tod von Denise Maurer

Ich wünsche uns Mut, den Tod von seinen dunklen Gewändern zu befreien, denn noch immer werden der Tod und ganz besonders der Freitod dämonisiert. Unsere tolerante Gesellschaft verhält sich, wenn es um das Thema «freie Wahl» in Bezug auf Leben und Tod geht, zurückhaltend, um nicht zu sagen ignorant. Nimmt sich jemand das Leben, machen Urteile, machen Vorurteile die Runde, und es beginnt eine Suche nach Schuldigen.

Posthum Love ist ein etwas älterer Text von mir, den ich auf fuerhilde geschrieben habe. Ich bin kürzlich über einen Beitrag* im Netz gestolpert, der davon erzählt, wie einsam ältere Menschen sind. Ich fand diesen Text einer unverwandten sehr berührend und wichtig, obschon ich ja immer dafür plädiere, einfach als Teil einer Familie mal nachzuschauen, wie es der Oma geht. Aber mich fragt ja niemand.

Ich habe das ja noch nie verstanden, dass Menschen sich Jahrelang nicht bei ihren Großeltern blicken lassen, oder nur schwermütig, fast quälend, und nach ihrem Ableben weinen sie dicke Tränen, sind fassungslos, schreien, sind fassungslos, trauern und haben ihre Großeltern auf einmal furchtbar lieb. Das ist posthum Liebe. Verdammt. Aber man hat ja eigentlich nur diese Großeltern. Eben wie wir nur unsere Eltern haben. Bis sie sterben. Danach reden sie nicht mehr mit uns, schweigen sich über unsere Kaufsucht aus, sind nur noch ein Verlust.

*Was ist eigentlich, wenn man übrig bleibt handelt von einer vorbildlichen Nachbarschaft. Wenn schon nicht die eigenen Enkel regelmäßig zu Besuch kommen, dann gibt es da draußen hoffentlich ganz viele solcher Menschen wie die Autorin dieses Textes.

Dass viele seit Jahren nicht mehr mit dem Vornamen angesprochen wurden, weil alle persönlichen Kontakte tot sind und sie nur noch mit Ärzten und Ämtern und Apothekern sprechen, dass viele seit Jahrzehnten nicht mehr berührt wurden und sich zu Hausärzten schleppen, nur, damit sie mal wieder eine Hand am Rücken spüren.

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